
es war ein gutes jahr
es war ein gutes jahr
auf dieser insel
die von der welten kriege
noch verschont
die aufgabe des friedens
zu erfüllen
zu hegen und zu pflegen
ihn wo er gedeiht
im innern
zu tragen ihn als fackel
in die nacht
der unzufriedenheiten
hader und streit
den raum zu nehmen
mit liebesglut
die lust und wollen
in das blut des lebens pumpt
© evelyne w.
weihnachtsklang
traut trägt der glocke klang
das lied der weihnacht
über der dächer glitzernd weiß
frieden ward
als augenblick geboren
steigt still empor
zum firmament der hoffnung
flicht einen sternenstrauß
um tiefster täler dunkel
zu erhellen
ein summen dringt
in angstverklebte ohren
aus mündern schwillt
ein chor der zuversicht
breitet die arme aus
und gebt der botschaft heimat!
traut trägt der glocke klang
die weihnacht dann in euer herz
© evelyne w.
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liebe lyrikfreunde!
wir bedanken uns
für die begleitung durch das jahr
und wünschen euch allen ein
friedliches weihnachtsfest und
ein tolles neues jahr!

Weihnachtslied, chemisch gereinigt
Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht so weit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bisschen durch die Strassen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.
Tannengrün mit Osrambirnen -
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!
Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt für's Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!
Erich Kästner
1899-1974
Zärtlich ... aber nicht nur
Plätschern
Wie Wasser im Bach
Flüstern
Wie Wehen ganz leicht
Streicheln
Daunenfederzart
Und dann
Wilde Wasser
Beißende Stürme
Ein Fassen und Greifen
Flutendes Stöhnen
Dem zärtlich Verwöhnen
Folgt lüsterner Tanz
© Wolfgang Schulze

Frühlingshafte Gedanken im Herbst
die Natur erinnert
an Blüten im Regen
an Tautropfen im Gras
an Liebe im Herbst -
es ist wie Aufbruch
ist Frühling, Liebe
Erfüllung und Glück
Himmel und Erde
Tag und Nacht
herbstzeitdenkende Frucht
tief hast du gewurzelt
im frühlingshaften Schatten
© Ursa

Herbstnah
Von einander gelassen
ertrinken wir in Leere.
Erde zerfließt, wird
zum Sandmeer.
Der Baum darin,
Treibholz.
Worte sind ohne Ufer,
um Augen kreisen Ringe.
Unsere Spuren
versinken
mit dem Sommer.
Haltlos.
© Elke Kaminsky

Lotosblume
Wahrhaftig, wir beide bilden
Ein kurioses Paar,
Die Liebste ist schwach auf den Beinen,
Der Liebhaber lahm sogar.
Sie ist ein leidendes Kätzchen
Und er ist krank wie ein Hund,
Ich glaube, im Kopfe sind beide
Nicht sonderlich gesund.
Sie sei eine Lotusblume
Bildet die Liebste sich ein;
Doch er, der blasse Geselle,
Vermeint der Mond zu sein.
Die Lotusblume erschließet
Ihr Kelchlein dem Mondenlicht.
Doch statt des befruchtenden Lebens
Empfängt sie nur ein Gedicht.
Heinrich Heine
1797-1856

Erwachen
der Morgen
kalt
so kalt
dass Nebelschleier
durch das Tal sich ziehen
ohne Kraft
zur Sonne aufzusteigen
die Sonne
tief
so tief
verborgen hinter Hügeln
zaghaft
hebt sie sich
und blinzelt über Blätter
die Blätter
starr
so starr
von Frost gesäumt
mit weißen Perlen
die im Schein der Sonne
klare Tropfen werden
© Uta Lösken

Vor der Stille
Aufbäumen
in Glut ehe der Saft
ihn verlässt
letztes Erinnern
an rauschende Hitze
und Küsse beschützt
im dichten Grün
fällt bald wie Tränen
dem Frosthauch anheim
welkend belebt er die Erde
© Elsa Rieger
herbst bist du
schemengleich
ein bunter hauch
dein lächeln
das so endgültig
verweht den sommer
der nicht mehr der unsre war
raureif glänzt
auf deinen lippen
die krähe krächzt
dein lied
durch die nebel
meiner sinne
eine letzte träne
fällt aus dem licht
der heiterkeit
du bist der herbst
und warst es schon
im frühling
© lylo

Mit den Jahren kommt der Herbst näher ...
Vor Zeiten wagte er sich kaum über den Horizont,
schickte vielleicht einen Silberfaden vorbei
und ließ - vom Wind verweht – ein welkes Blatt
in meinen Garten fallen.
Viel Zeit war nicht vergangen, da sah er von Ferne zu mir herüber.
Er wohnte wohl auf den Bergen, nahe der Stadt.
Gelbrot und braun zwinkerte er durch das Laub
und trug dem Wind auf, erdige Süße zu mir zu tragen –
eine Verheißung verbunden mit Dankbarkeit.
Einige Jahre später
färbte der Herbst schon den Weg bis zum Haus –
eine Allee flammender Zeugen seiner Gegenwart.
Er weinte, als ich dem nicht genügend Beachtung schenkte
und verbarg seinen goldenen Glanz
hinter schweren Wolkenvorhängen.
Nicht lange danach
ließ er sich ganz und gar in meinem Garten nieder:
Die Bäume bogen sich unter der Last reifer Äpfel,
rotes Weinlaub schmückte die Fassade der alten Laube.
Sein warmer Atem berührte die Rosen,
so dass sie noch einmal mit aller Kraft
ihren süßen Duft verströmten.
Dieses Jahr nun ist der Herbst
noch näher getreten.
Ich erwarte ihn bereits in meinem Haus.
Verwelkendes bringt er mit sich,
die letzte Ernte, schweren Erdgeruch
und Tränen unter grauem Himmel.
Horch,
er stürmt schon
herein. -
Wenn er vor meinem Bett steht,
dann gehe ich…
© claire delalune

Stillleben
Teichlinsen treiben
zwischen Stengeln
Sumpfgeborene
auf denen deine
Blüten zarten Duft
verströmen
deine Farben
mir den Alltag
bunten
Bambus flüstert
mit den Wasserläufern
raunt der Seerose
ein Kompliment
die ihre Blätter
breitet
unter rosa Blicken
einer Tamariske
so viel Stille
so viel Leben
© Uta Lösken

Momentenspuren
Lücke liegt
neben Leichtigkeit
voller schwebender
Zuversicht.
Nein, ich dachte es ohne Ehrlichkeit
zu mir selbst und vor allem
zu Dir.
Und ich will nicht vergessen
den Kuss auf der Bank
auf blassem Grün
in salzigem Blau.
Nur immer schwelgen
im Fliedergold
zu sehen die
Bilder des Glücks
Leuchtendes Flimmern
umrandet mein Gewesenes
Spürst du es?
So klar wie im Jetzt
stirbt der Moment
und erwächst nie mehr.
© Fabian Tietz

Wenn
Wenn jetzt die Sommer wären,
Würden wir spielen:
Auf schöner Schaukel -
Erde atmen,
Kinder sein.
Jetzt die blauen Flüge -
All unsre Kraft,
Frei die Gestirne.
Horizont fühlen:
Mutig!
Unendlichkeiten:
Neu umsponnen,
Aufgestiegen -
Ins Sein gefallen:
Bewusst-Sein
© Bruno Meier