weihnachtliches
weihnachtsspaziergang
frei ist mein blick
über der rebengärten kahle stille
in der des weines süße
in hartem boden schlummert
und kräfte sammelt
dem jungen frühling
knospend zu begegnen
des sommers üppigkeit
mit starken armen
zu empfangen
und satter reife
trunknem glanze
hinzuträumen
der himmel lächelt
zum lied des weines
unter meinem schritt
in meinem herzen
breitet sich
weihnacht aus
© evelyne w.
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liebe lyrikfreunde!
wir bedanken uns
für die begleitung durch das jahr
und wünschen euch allen
liebevolle weihnachten
ein gutes ankommen im neuen jahr!
evelyne w. - 20. Dez, 21:05

Wiegenlied
Hier unterm Turme
hier wehet kein Wind,
hier betet die Mutter
und wieget ihr Kind,
und hat von der Wiege
zur Krippe ein Band
von Glaube und Hoffnung
und Liebe gespannt.
Weit über die Meere
die Sehnsucht sie spinnt,
dort sitzet Maria
und wieget ihr Kind,
die Engel, die Hirten,
drei König und Stern
und Öchslein und Eslein
erkennen den Herrn.
Wohl über dem Monde
und Wolken und Wind
mit Zepter und Krone
steht Jungfrau und Kind.
Hier unten ward's Kindlein
am Kreuz ausgespannt,
dort oben wiegt's Himmel
und Erd auf der Hand.
Komm mit, lass uns fliegen
zu Maria geschwind,
kommt mit! und lern biegen
dein Knie vor dem Kind,
komm mit! schnür dein Bündlein,
schon führet die Hand
Maria dem Kindlein,
es segnet das Land.
© Clemens Brentano
1778 - 1842
evelyne w. - 8. Dez, 18:34
weihnachtsklang
traut trägt der glocke klang
das lied der weihnacht
über der dächer glitzernd weiß
frieden ward
als augenblick geboren
steigt still empor
zum firmament der hoffnung
flicht einen sternenstrauß
um tiefster täler dunkel
zu erhellen
ein summen dringt
in angstverklebte ohren
aus mündern schwillt
ein chor der zuversicht
breitet die arme aus
und gebt der botschaft heimat!
traut trägt der glocke klang
die weihnacht dann in euer herz
© evelyne w.
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liebe lyrikfreunde!
wir bedanken uns
für die begleitung durch das jahr
und wünschen euch allen ein
friedliches weihnachtsfest und
ein tolles neues jahr!

Weihnachtslied, chemisch gereinigt
Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht so weit.
Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.
Lauft ein bisschen durch die Strassen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.
Tannengrün mit Osrambirnen -
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!
Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt für's Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!
Erich Kästner
1899-1974

weihnachtsweiß
weiß liegt der schnee
schnee-weiß!
die graue stadt ist fern
und auch der trubel
das gedröhn
die hast
und ihr gestöhn
die ruhe wächst
aus schneebedecktem wein
mein herz
es atmet stille
mein blick sieht freiheit
schönheit
winterliche pracht
und tief aus mir
blüht weihnachtsfrieden
in die heilige nacht
© evelyne w.
liebe lyrikfreunde!
euch allen ein
friedliches weihnachtsfest und
ein liebevolles neues jahr!

Still
Im Schweigen
ruht die Stille
wenn Kerzen
dunkles Grün erhellen
statt Funkeltand
das Glitzern
im Auge des geliebten
Menschen ein Fest
der Freude ist.
Im Schweigen
ruht die Stille
wenn andere
diese eine Nacht
besingen und uns
ein Blick, ein kurzes
Streifen warmer
Finger den Frieden
näher bringt.
Im Schweigen
ruht die Stille
wenn unterm
Baum nur Liebe
liegt - wenn unsere Welt
ganz kurz verharrt
und wir den Sinn
der stillen Nacht
für uns begreifen.
© Beatrix Brockman

Kann denn der Mensch
sich auf Weihnachten freuen?
Kann denn der Mensch
Frieden mit sich machen
Wenn es doch rundherum gibt Krieg?
Kann denn der Mensch
die Liebe leben
Wenn es rundherum geht
nur um Niederlage oder Sieg?
Kann denn der Mensch
sich auf Weihnachten freuen
Wenn rundherum gemordet wird?
Kann denn der Mensch
glücklich sein
Mit der Angst
dass morgen die Welt er verliert?
Ja der Mensch kann!
Aber nur dann
Wenn der Mensch
Halt in sich selber findet
Wenn er sich mit Anderen
in Liebe verbindet
Wenn er den Frieden lebt
für den er zuständig ist
Wenn er dahin gibt
wo so vieles wird vermisst
So bringt er den Frieden in die Welt
So bringt er mehr Liebe
damit nicht so viel fehlt
Und indem er bekämpft seiner Seele Tod
Lindert er nicht nur seine eigene Not
Sondern auch die jener
deren Seele schon friert
Was nicht in seiner Verantwortung liegt
Daran muss der Mensch nicht leiden
Nur wo er die Selbstverantwortung abgibt
Lässt sich der Konflikt
Mit ihm selbst nicht vermeiden
Wenn der Mensch
den Platz
auf den ihn das Leben stellt
menschlich ausfüllt
Ist es nicht notwendig
dass er sich quält
Mit der Vorstellung
dass er das Los Anderer ertragen muss
Sein eigenes Los
ist von ihm anzunehmen
Dabei auf die Anderen
nicht zu vergessen
Und wenn er sich nicht einlullt
in Gedanken in bequemen
Kann mit wachem Bewusstsein
er seine Hilfe bemessen
Dann kann er auch
Weihnachtsfreude bereiten
Und nicht nur den Anderen
Sondern auch sich selbst
Denn wenn die Liebe
sein Herz lässt weiten
Dann ist
Jesus' Geburtstag
Für ihn das richtige Fest
© evelyne w.
dieses gedicht gibt es auf
lylos weihnachtslesungs-blog
auch als mp3 zum anhören.

Weihnachts-Sternzeichen
Der Stern meiner Liebe
wacht über dem Christkind
Und funkelt und strahlt
hinaus in die Nacht
Und er strahlt zurück
wieder in meine Augen
Und ich spüre
wie er in mir Wärme entfacht
Vertraut und klar
Wie jedes Jahr
Wenn ich die Freude
der Weihnacht erlebe
Weil ich ihr den Sinn
in der Liebe gebe
Dann seh ich den Himmel
Und in seinem Dunkel
erstrahlt ein helles Sternengefunkel
Weil nicht nur mein Stern
das Christkind bewacht
So erfahre ich
das Wunder der Hl. Nacht
Und Frieden breitet sich in mir aus
Stille und Ruhe erfüllen mein Haus
Ich höre jubelnden Engelsgesang
Und schaukle im leisen Glockenklang
sicher in meiner Lebenswiege
Weil ich am Weihnachtshimmel der Liebe
fand das trostreiche Bewusstsein
Ein Stern
unter vielen Sternen
zu sein
Nur so
ist die Finsternis zu besiegen
In deren Angst wir sonst verglühen
Im eigenen Glanz
die anderen zu sehen
Und mit ihnen
in die Liebe zu ziehen
Drum leuchte
du Stern
Und gib dein Licht
So hell du nur kannst
Und erlösche nicht
Aus Scham über jene
die dich nicht erkennen
Und deshalb in ihr Verderben rennen
Strahle und funkle
hinaus in die Nacht
Damit in uns allen
der Mut erwacht
Voll Demut
dort Frieden anzunehmen
Wo er sich unserem Dasein gibt
Und Liebe zu geben
Wohin wir es können
Denn nur so
wird der Hass in der Welt besiegt
Dann
ist das Wunder der Weihnacht vollbracht
Lasst uns folgen
dem Stern
der Hl. Nacht
© evelyne w.


Das Jesuskind
„Ihr lieben Kinder, seht und staunt,
kommt zu dem Krippelein!“,
so lud der Pater Guardian
seine Besucher ein.
Die Kinder stürmten freudig vor
zur Krippe, deren Macht,
umglänzt von hundert Lichtern strahlt´
in hochbarocker Pracht.
Allein ein blonder Knabe blieb
zurück, da er fast lahm,
auf seine Krücke hart gestützt,
nur langsam vorwärts kam.
Sehnsüchtig blickte er nach vorn´,
wo er der Krippe Schein
vermutete. Doch sah er nichts
und blieb für sich allein.
Da ließ vom Kirchenfenster her,
hoch unterm Kapitell,
ein Sonnenstrahl des Himmels ihn
erglühen rein und hell.
Die Armut der Gebrechlichkeit,
als trauriger Befund,
wies ihm durch dieses Licht den Weg
zu seiner Seele Grund.
Und seiner Locken gold´ne Pracht
erglänzte nun so lind,
als wäre er durch Himmelsmacht
wohl selbst das Jesuskind.
© Harald Gattermair


Weihnachten
Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wundervoll beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen -
o du gnadenreiche Zeit!
Joseph Freiherr von Eichendorff
1788-1857