bleiberecht


bleiberecht


bleiberecht

gegen herzleere zeit
und mondänen
worthülsengebrauch
spreche ich

gegen das gesetz
das mitgefühl
verwässert und trockenlegt
spreche ich

gegen die selbstgefälligkeit
und ignoranz
der politiker
spreche ich

mich
laut und deutlich
für das recht
des bleibens
aus

© Gabriele Pflug
aus aktuellem Anlass


kirschensehnsucht


kirschensehnsucht


kirschensehnsucht

an ihn mich lehnen
wie an den kirschbaum
der in meinem garten steht

ihn so umfangen
wie den stamm
der stark und sicher
meine tränen nimmt

aus ihnen blüten treibt
bis seine früchte
mich umlächeln

wild oder zärtlich
neugierig oder verschmitzt
fragend und doch so sicher
dass ihre süße
meinen tag verwöhnt

© evelyne w.


herzhaut


herzhaut


herzhaut

nein kein herz
tatöwier ich auf
die haut mir keinen
pfeil hindurch auch
deinen namen nicht

auf meiner herzhaut
steht er aber längst
mit engels pfeilen
tief hinein geritzt
seit jahren schon


© Beatrix Brockman

menschen.los


menschenlos


menschen.los

dann bläst die
trostlosigkeit
durch die gassen
in denen farben sich
im nichts verloren

wo nur graphit
regiert
nicht einmal
graffiti

wo fenster
auf den schmutz
unter den tritten
starren

von denen niemand sieht
wie sie den kindern
die zukunft
aus den hirnen treten

stumm schreien sie
mit leerem blick

doch bleibt die gasse
menschen.los


© evelyne w.


Wenn


wenn


Wenn

Wenn ich dich liebe,
dann liebe ich dich heiß.

Meine Liebe hat überlebt
in Gletscherspalten,
wo gläserne Herzen,
Stalaktiten der Sehnsucht,
klirrend zerbarsten
im ewigen Eis.

Meine Liebe hat überlebt
in Orkanaugen,
wo zerfetzte Herzen,
Rahsegel der Zukunft,
tosend untergingen
im endlosen Ozean.

Wenn ich dich liebe,
dann liebe ich dich ganz.

© Volker Knapp-Diederichs


seifenblase


seifenblase


seifenblase

er stand auf einer riesigen seifenblase
und spiegelte sich darin

verwundert wie ein kind
sah er mit großen augen
die herrlichen farben

er setzte sich hin
und hielt sich fest
an dem blau
das rosa schimmerte

so flog er nun
mit der großen seifenblase
in die welt
der schwebenden träume

über dem niemandsland
der sehnsucht
fiel er in den see des vergessens

man fand ihn am tag nach trinitatis
er meinte
er wäre eine seifenblase

© tronje hagen kemper


Es ist Zeit


es ist zeit


Es ist Zeit

Es ist mir so fremd geworden
das Licht
nach so viel Winter und Nacht
in der meiner Haut
ein Frostkleid wuchs
und meine Seele
lange Schatten warf
Lege deine Hand
auf meine Augen
dass der Tag mich nicht blendet
und atme das Kleid fort
Längst ist es Zeit
dass die Schatten
in die Sonne fallen

© Monika Wegscheider


scherbentanz


scherbentanz


scherbentanz

barfüßig über eisblumen
laufen was das zeug hält
du bist einfach so kalt
geworden und alltag
steht dir nicht

blickst herzverschlossen
durchs gefrorene während
ich mit bloßer haut
mein leben freischmelze

© elsa rieger

Das Neue Jahr ist nur ein Tag


2010


Das Neue Jahr ist nur ein Tag

Das Neue Jahr
ist nur ein Tag

Doch jeden Tag
beginnt
ein neues Jahr

Die Liebe lebt
im Hier und Jetzt

In der Vergangenheit
ist sie vorbei

Und in der Zukunft
vielleicht schon tot

Deshalb beginne
jeden Tag
ein neues Jahr

In Liebe

© evelyne w.


Kinderseligkeit im Winter


kinderseligkeit


Kinderseligkeit im Winter

Dezember war in Kinderjahren
ein Rausch aus reinem Schnee.
Wie heiter diese Tage waren,
tat auch der Frost fast weh.

Auf blankem Schlittschuh hinzugleiten,
beim kleinen Teich, gleich hinterm Haus.
Auf weißen Wegen stapfend schreiten...
Und alles sah so friedlich aus.

Gelächter, Laufen, Atemnot,
die Mütze ging verloren.
Die Finger klamm, die Nase rot.
Von Kopf bis Fuß verfroren.

Die warme Stube, Apfelduft,
noch Sternenstaub im Herzen.
Ein leises Summen, Tannenduft.
Das stille Licht der Kerzen.

Ist längst verweht, mein Kindertraum.
Leis’ wirbeln weiße Flocken,
die gleich Gedanken hier im Raum
am Ofen niederhocken.

Und so zerschmilzt das hübsche Bild,
taucht ein in meine Seele.
Da fühlt sie wieder kindlich mild,
wenn ich die Flöckchen zähle.

© Angelika Donant


du stille du


weihnachtsspaziergang


du stille du

du stille du
die aus meinem inneren strömt
teile dich auf
verzweige dich
erfließe dir
verlärmte herzen

öffne sie
den frieden zu erhören
zu lauschen
dem leisen ton
in dem die liebe zu uns spricht

du stille du
umarme das geschrei
beuge sein knie
vor dem erhabenen glück
das auf dem wege
uns erblüht
der weihnacht heißt

© evelyne w.


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liebe lyrikfreunde!

wir bedanken uns
für die begleitung durch das jahr
und wünschen euch allen
liebevolle weihnachten
ein gutes ankommen im neuen jahr!



Wenn Kinder Weihnacht schenken


wenn kinder weihnacht schenken


Wenn Kinder Weihnacht schenken

Die Erwachsenen hasten, die Erwachsenen jagen
Was ist denn nur los?
Kannst du mir sagen
Was heißt, ach Kind es ist Vorweihnachtszeit
Bis das Christkind kommt ist es nicht mehr weit?

Weihnachten?
Das mag ich!
Da ist dieser Baum
Mit den vielen Lichtern und der Wärme im Raum
Die sich genau wie die Wärme anspürt
Wenn deine Hand mich zärtlich berührt

Weihnachten?
Das mag ich!
Weil alle dann singen
Mit Stimmen, die himmlisch wie deine klingen
Wenn du mit mir sprichst, um mich zu verstehen
Und versuchst, die Welt mit meinen Augen zu sehen

Weihnachten?
Das mag ich!
Den unsagbaren Duft
Der in mir immer die Erinnerung wach ruft
An deine Kleider, an deine Haut
Wenn du mich an dich ziehst
Wenn die Welt mir zu laut

Weihnachten?
Das mag ich
Das Christkind?
Lieber nicht!
Denn ein anderes Kind vor deinem Gesicht
Lässt mich dein Gesicht vielleicht nicht mehr erblicken
Und mich an meiner Angst dann ersticken

Doch
Weihnachten
Das mag ich!
Denn ich mag dich
Und du bist immer Weihnachten für mich
Deine Wärme, dein Duft
Dein Klang und dein Licht
Deine wachsamen Augen
Dein liebes Gesicht

Weihnachten
Das mag ich!
Und von meinem Glück
Das du für mich bist
Geb' ich dir nun zurück
Ich zeige dir etwas von meiner Welt
Ich gebe dir davon, was mein Leben erhellt

Ich schenke dir, wie man Weihnachten fühlt
Ich schenk' dir meine Liebe

Ich male dir ein Bild!

© evelyne w.

an deiner brust


an deiner brust


an deiner brust

an deiner brust
ein bunter falter
gelandet, die süsse kostend
gestrandet, seiner müdigkeit ergeben
verflogen wie ein irrlicht
er nippt tropfen
der samtnen süsse
deines lebens
nimmt sie in sich
wie ich manchmal
an deiner brust
nicht schmetterlingsschön
einfach nur mann
lippenweise trinken möchte
gemeinsame lust

© heinz spicka


wie erdengrund


erdengrund


wie erdengrund

wie erdengrund und
morgentau,
wie wärmende sonne
und licht
ist mir dein leib.
.
wie blumensaat
gehe auf ich in dir,
sprieße blätter
und knospe hin
zu blütenmeeren.
.
da ist kein welken
höchstens ein innehalten
hier und da
bis neue triebe
mich treiben.

© by Petros

Vagantenlied


vagantenlied


Vagantenlied

Ach, wo bin ich nur gelandet
und wo treibt ´s mich immer hin.
Gestern noch so hoch gestiegen
wo ich heut am Boden bin.

Frag mich, wo die Zeit geblieben
zwischen gestern noch und heut.
Was mich traurig stimmt, vergess ich
nicht erinnernd, was mich freut.

Von den vorgeschriebnen Rollen
spielt´ ich manche mit Bravour.
Manches hat mich auch verändert
andres blieb: Karikatur.

Immerzu mit mir beschäftigt
meinem Traumtheaterspiel –
Szenen wechseln, weichen neuen:
Nirgendwo bin ich am Ziel.

© Achim Amme


Die LYRIC GALLERY

Liebe Lyrik-Freunde!
Mein Name ist
evelyne weissenbach
und ich bin freie Autorin.
Ich schreibe
Romane und Sachbücher.
Aber meine besondere
Vorliebe gilt der Lyrik.
Mein Verlagspartner und
meine kreativen Freunde
haben mich ermutigt, ein
Gemeinschafts-Projekt zu
starten, das vorläufig einfach
der Freude an der Lyrik, in
Verbindung mit Malerei und
Fotografie gewidmet sein soll.
Gerne erweitern wir unseren
kreativen Freundeskreis.
Wenn du Gedichte hast, die
du hier veröffentlichen willst,
dann schicke sie bitte an lyricgallery@gmail.com.
Wir treten dann mit dir in
Verbindung wegen des
weiteren Ablaufes.
Nur Mut! Wir freuen uns sicher.
Einen Rechtsanspruch
auf Veröffentlichung gibt es
allerdings nicht.
Die alleinige Entscheidung ist
unserem Team vorbehalten.

Kommentare

bleiberecht
bleiberecht gegen herzleere zeit und mondänen worthülsengebrauc h spreche...
evelyne w. - 16. Jun, 22:33
kirschensehnsucht
kirschensehnsucht an ihn mich lehnen wie an den...
evelyne w. - 16. Jun, 01:35
herzhaut
herzhaut nein kein herz tatöwier ich auf die...
evelyne w. - 23. Mai, 01:08
menschen.los
menschen.los dann bläst die trostlosigkeit durch.. .
evelyne w. - 1. Apr, 00:14
Wenn
Wenn Wenn ich dich liebe, dann liebe ich dich heiß. Meine...
evelyne w. - 15. Mrz, 01:18

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