bleiberecht
gegen herzleere zeit
und mondänen
worthülsengebrauch
spreche ich
gegen das gesetz
das mitgefühl
verwässert und trockenlegt
spreche ich
gegen die selbstgefälligkeit
und ignoranz
der politiker
spreche ich
mich
laut und deutlich
für das recht
des bleibens
aus
© Gabriele Pflug
aus aktuellem Anlass
evelyne w. - 16. Jun, 22:31
kirschensehnsucht
an ihn mich lehnen
wie an den kirschbaum
der in meinem garten steht
ihn so umfangen
wie den stamm
der stark und sicher
meine tränen nimmt
aus ihnen blüten treibt
bis seine früchte
mich umlächeln
wild oder zärtlich
neugierig oder verschmitzt
fragend und doch so sicher
dass ihre süße
meinen tag verwöhnt
© evelyne w.
evelyne w. - 16. Jun, 01:35

herzhaut
nein kein herz
tatöwier ich auf
die haut mir keinen
pfeil hindurch auch
deinen namen nicht
auf meiner herzhaut
steht er aber längst
mit engels pfeilen
tief hinein geritzt
seit jahren schon
© Beatrix Brockman
evelyne w. - 23. Mai, 01:06
menschen.los
dann bläst die
trostlosigkeit
durch die gassen
in denen farben sich
im nichts verloren
wo nur graphit
regiert
nicht einmal
graffiti
wo fenster
auf den schmutz
unter den tritten
starren
von denen niemand sieht
wie sie den kindern
die zukunft
aus den hirnen treten
stumm schreien sie
mit leerem blick
doch bleibt die gasse
menschen.los
© evelyne w.
evelyne w. - 1. Apr, 00:14
Wenn
Wenn ich dich liebe,
dann liebe ich dich heiß.
Meine Liebe hat überlebt
in Gletscherspalten,
wo gläserne Herzen,
Stalaktiten der Sehnsucht,
klirrend zerbarsten
im ewigen Eis.
Meine Liebe hat überlebt
in Orkanaugen,
wo zerfetzte Herzen,
Rahsegel der Zukunft,
tosend untergingen
im endlosen Ozean.
Wenn ich dich liebe,
dann liebe ich dich ganz.
© Volker Knapp-Diederichs
evelyne w. - 15. Mrz, 01:17
seifenblase
er stand auf einer riesigen seifenblase
und spiegelte sich darin
verwundert wie ein kind
sah er mit großen augen
die herrlichen farben
er setzte sich hin
und hielt sich fest
an dem blau
das rosa schimmerte
so flog er nun
mit der großen seifenblase
in die welt
der schwebenden träume
über dem niemandsland
der sehnsucht
fiel er in den see des vergessens
man fand ihn am tag nach trinitatis
er meinte
er wäre eine seifenblase
© tronje hagen kemper
evelyne w. - 6. Mrz, 19:58
Es ist Zeit
Es ist mir so fremd geworden
das Licht
nach so viel Winter und Nacht
in der meiner Haut
ein Frostkleid wuchs
und meine Seele
lange Schatten warf
Lege deine Hand
auf meine Augen
dass der Tag mich nicht blendet
und atme das Kleid fort
Längst ist es Zeit
dass die Schatten
in die Sonne fallen
© Monika Wegscheider
evelyne w. - 19. Feb, 19:53

scherbentanz
barfüßig über eisblumen
laufen was das zeug hält
du bist einfach so kalt
geworden und alltag
steht dir nicht
blickst herzverschlossen
durchs gefrorene während
ich mit bloßer haut
mein leben freischmelze
© elsa rieger
evelyne w. - 17. Jan, 00:45
Das Neue Jahr ist nur ein Tag
Das Neue Jahr
ist nur ein Tag
Doch jeden Tag
beginnt
ein neues Jahr
Die Liebe lebt
im Hier und Jetzt
In der Vergangenheit
ist sie vorbei
Und in der Zukunft
vielleicht schon tot
Deshalb beginne
jeden Tag
ein neues Jahr
In Liebe
© evelyne w.
evelyne w. - 2. Jan, 20:39
Kinderseligkeit im Winter
Dezember war in Kinderjahren
ein Rausch aus reinem Schnee.
Wie heiter diese Tage waren,
tat auch der Frost fast weh.
Auf blankem Schlittschuh hinzugleiten,
beim kleinen Teich, gleich hinterm Haus.
Auf weißen Wegen stapfend schreiten...
Und alles sah so friedlich aus.
Gelächter, Laufen, Atemnot,
die Mütze ging verloren.
Die Finger klamm, die Nase rot.
Von Kopf bis Fuß verfroren.
Die warme Stube, Apfelduft,
noch Sternenstaub im Herzen.
Ein leises Summen, Tannenduft.
Das stille Licht der Kerzen.
Ist längst verweht, mein Kindertraum.
Leis’ wirbeln weiße Flocken,
die gleich Gedanken hier im Raum
am Ofen niederhocken.
Und so zerschmilzt das hübsche Bild,
taucht ein in meine Seele.
Da fühlt sie wieder kindlich mild,
wenn ich die Flöckchen zähle.
© Angelika Donant
evelyne w. - 27. Dez, 01:34
du stille du
du stille du
die aus meinem inneren strömt
teile dich auf
verzweige dich
erfließe dir
verlärmte herzen
öffne sie
den frieden zu erhören
zu lauschen
dem leisen ton
in dem die liebe zu uns spricht
du stille du
umarme das geschrei
beuge sein knie
vor dem erhabenen glück
das auf dem wege
uns erblüht
der weihnacht heißt
© evelyne w.
als E-Card versenden
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liebe lyrikfreunde!
wir bedanken uns
für die begleitung durch das jahr
und wünschen euch allen
liebevolle weihnachten
ein gutes ankommen im neuen jahr!
evelyne w. - 22. Dez, 02:07

Wenn Kinder Weihnacht schenken
Die Erwachsenen hasten, die Erwachsenen jagen
Was ist denn nur los?
Kannst du mir sagen
Was heißt, ach Kind es ist Vorweihnachtszeit
Bis das Christkind kommt ist es nicht mehr weit?
Weihnachten?
Das mag ich!
Da ist dieser Baum
Mit den vielen Lichtern und der Wärme im Raum
Die sich genau wie die Wärme anspürt
Wenn deine Hand mich zärtlich berührt
Weihnachten?
Das mag ich!
Weil alle dann singen
Mit Stimmen, die himmlisch wie deine klingen
Wenn du mit mir sprichst, um mich zu verstehen
Und versuchst, die Welt mit meinen Augen zu sehen
Weihnachten?
Das mag ich!
Den unsagbaren Duft
Der in mir immer die Erinnerung wach ruft
An deine Kleider, an deine Haut
Wenn du mich an dich ziehst
Wenn die Welt mir zu laut
Weihnachten?
Das mag ich
Das Christkind?
Lieber nicht!
Denn ein anderes Kind vor deinem Gesicht
Lässt mich dein Gesicht vielleicht nicht mehr erblicken
Und mich an meiner Angst dann ersticken
Doch
Weihnachten
Das mag ich!
Denn ich mag dich
Und du bist immer Weihnachten für mich
Deine Wärme, dein Duft
Dein Klang und dein Licht
Deine wachsamen Augen
Dein liebes Gesicht
Weihnachten
Das mag ich!
Und von meinem Glück
Das du für mich bist
Geb' ich dir nun zurück
Ich zeige dir etwas von meiner Welt
Ich gebe dir davon, was mein Leben erhellt
Ich schenke dir, wie man Weihnachten fühlt
Ich schenk' dir meine Liebe
Ich male dir ein Bild!
© evelyne w.
evelyne w. - 10. Dez, 00:45
an deiner brust
an deiner brust
ein bunter falter
gelandet, die süsse kostend
gestrandet, seiner müdigkeit ergeben
verflogen wie ein irrlicht
er nippt tropfen
der samtnen süsse
deines lebens
nimmt sie in sich
wie ich manchmal
an deiner brust
nicht schmetterlingsschön
einfach nur mann
lippenweise trinken möchte
gemeinsame lust
© heinz spicka
evelyne w. - 16. Nov, 01:37
wie erdengrund
wie erdengrund und
morgentau,
wie wärmende sonne
und licht
ist mir dein leib.
.
wie blumensaat
gehe auf ich in dir,
sprieße blätter
und knospe hin
zu blütenmeeren.
.
da ist kein welken
höchstens ein innehalten
hier und da
bis neue triebe
mich treiben.
© by Petros
evelyne w. - 7. Okt, 01:43
Vagantenlied
Ach, wo bin ich nur gelandet
und wo treibt ´s mich immer hin.
Gestern noch so hoch gestiegen
wo ich heut am Boden bin.
Frag mich, wo die Zeit geblieben
zwischen gestern noch und heut.
Was mich traurig stimmt, vergess ich
nicht erinnernd, was mich freut.
Von den vorgeschriebnen Rollen
spielt´ ich manche mit Bravour.
Manches hat mich auch verändert
andres blieb: Karikatur.
Immerzu mit mir beschäftigt
meinem Traumtheaterspiel –
Szenen wechseln, weichen neuen:
Nirgendwo bin ich am Ziel.
© Achim Amme
evelyne w. - 21. Aug, 01:20