
scherbentanz
barfüßig über eisblumen
laufen was das zeug hält
du bist einfach so kalt
geworden und alltag
steht dir nicht
blickst herzverschlossen
durchs gefrorene während
ich mit bloßer haut
mein leben freischmelze
© elsa rieger
evelyne w. - 17. Jan, 00:45
Das Neue Jahr ist nur ein Tag
Das Neue Jahr
ist nur ein Tag
Doch jeden Tag
beginnt
ein neues Jahr
Die Liebe lebt
im Hier und Jetzt
In der Vergangenheit
ist sie vorbei
Und in der Zukunft
vielleicht schon tot
Deshalb beginne
jeden Tag
ein neues Jahr
In Liebe
© evelyne w.
evelyne w. - 2. Jan, 20:39
Kinderseligkeit im Winter
Dezember war in Kinderjahren
ein Rausch aus reinem Schnee.
Wie heiter diese Tage waren,
tat auch der Frost fast weh.
Auf blankem Schlittschuh hinzugleiten,
beim kleinen Teich, gleich hinterm Haus.
Auf weißen Wegen stapfend schreiten...
Und alles sah so friedlich aus.
Gelächter, Laufen, Atemnot,
die Mütze ging verloren.
Die Finger klamm, die Nase rot.
Von Kopf bis Fuß verfroren.
Die warme Stube, Apfelduft,
noch Sternenstaub im Herzen.
Ein leises Summen, Tannenduft.
Das stille Licht der Kerzen.
Ist längst verweht, mein Kindertraum.
Leis’ wirbeln weiße Flocken,
die gleich Gedanken hier im Raum
am Ofen niederhocken.
Und so zerschmilzt das hübsche Bild,
taucht ein in meine Seele.
Da fühlt sie wieder kindlich mild,
wenn ich die Flöckchen zähle.
© Angelika Donant
evelyne w. - 27. Dez, 01:34
du stille du
du stille du
die aus meinem inneren strömt
teile dich auf
verzweige dich
erfließe dir
verlärmte herzen
öffne sie
den frieden zu erhören
zu lauschen
dem leisen ton
in dem die liebe zu uns spricht
du stille du
umarme das geschrei
beuge sein knie
vor dem erhabenen glück
das auf dem wege
uns erblüht
der weihnacht heißt
© evelyne w.
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liebe lyrikfreunde!
wir bedanken uns
für die begleitung durch das jahr
und wünschen euch allen
liebevolle weihnachten
ein gutes ankommen im neuen jahr!
evelyne w. - 22. Dez, 02:07

Wenn Kinder Weihnacht schenken
Die Erwachsenen hasten, die Erwachsenen jagen
Was ist denn nur los?
Kannst du mir sagen
Was heißt, ach Kind es ist Vorweihnachtszeit
Bis das Christkind kommt ist es nicht mehr weit?
Weihnachten?
Das mag ich!
Da ist dieser Baum
Mit den vielen Lichtern und der Wärme im Raum
Die sich genau wie die Wärme anspürt
Wenn deine Hand mich zärtlich berührt
Weihnachten?
Das mag ich!
Weil alle dann singen
Mit Stimmen, die himmlisch wie deine klingen
Wenn du mit mir sprichst, um mich zu verstehen
Und versuchst, die Welt mit meinen Augen zu sehen
Weihnachten?
Das mag ich!
Den unsagbaren Duft
Der in mir immer die Erinnerung wach ruft
An deine Kleider, an deine Haut
Wenn du mich an dich ziehst
Wenn die Welt mir zu laut
Weihnachten?
Das mag ich
Das Christkind?
Lieber nicht!
Denn ein anderes Kind vor deinem Gesicht
Lässt mich dein Gesicht vielleicht nicht mehr erblicken
Und mich an meiner Angst dann ersticken
Doch
Weihnachten
Das mag ich!
Denn ich mag dich
Und du bist immer Weihnachten für mich
Deine Wärme, dein Duft
Dein Klang und dein Licht
Deine wachsamen Augen
Dein liebes Gesicht
Weihnachten
Das mag ich!
Und von meinem Glück
Das du für mich bist
Geb' ich dir nun zurück
Ich zeige dir etwas von meiner Welt
Ich gebe dir davon, was mein Leben erhellt
Ich schenke dir, wie man Weihnachten fühlt
Ich schenk' dir meine Liebe
Ich male dir ein Bild!
© evelyne w.
evelyne w. - 10. Dez, 00:45
an deiner brust
an deiner brust
ein bunter falter
gelandet, die süsse kostend
gestrandet, seiner müdigkeit ergeben
verflogen wie ein irrlicht
er nippt tropfen
der samtnen süsse
deines lebens
nimmt sie in sich
wie ich manchmal
an deiner brust
nicht schmetterlingsschön
einfach nur mann
lippenweise trinken möchte
gemeinsame lust
© heinz spicka
evelyne w. - 16. Nov, 01:37
wie erdengrund
wie erdengrund und
morgentau,
wie wärmende sonne
und licht
ist mir dein leib.
.
wie blumensaat
gehe auf ich in dir,
sprieße blätter
und knospe hin
zu blütenmeeren.
.
da ist kein welken
höchstens ein innehalten
hier und da
bis neue triebe
mich treiben.
© by Petros
evelyne w. - 7. Okt, 01:43
Vagantenlied
Ach, wo bin ich nur gelandet
und wo treibt ´s mich immer hin.
Gestern noch so hoch gestiegen
wo ich heut am Boden bin.
Frag mich, wo die Zeit geblieben
zwischen gestern noch und heut.
Was mich traurig stimmt, vergess ich
nicht erinnernd, was mich freut.
Von den vorgeschriebnen Rollen
spielt´ ich manche mit Bravour.
Manches hat mich auch verändert
andres blieb: Karikatur.
Immerzu mit mir beschäftigt
meinem Traumtheaterspiel –
Szenen wechseln, weichen neuen:
Nirgendwo bin ich am Ziel.
© Achim Amme
evelyne w. - 21. Aug, 01:20
in der wärme deines südens
heute nacht
trugst du mich in die dünen
fülltest den süßen sand
deines begehrens
in die sanduhr
meines traums
hast mich gebettet
in das glitzern deines schattens
der mondumspült
mein bild des universums
neu erschuf
schmücktest die haut mir
mit wellenkräuseln
das deine flut an
meine strände brach
hast mich berieselt
mit lippensalz
und auf den flügeln
meines haares
in die leichtigkeit
getragen
schenktest dem wind
mein lachen
und meinem morgen
die wärme deines südens
© lylo
auf lylos LyricVoice gibt es dieses gedicht
auch von ihr gesprochen
evelyne w. - 21. Jul, 23:41
Ohne Worte
Sanft wächst im Gebälk
des Vollmonds
eine Laune.
Blicke unaufgefordert
erreichen das Ziel.
Vergiss den Tag,
den fahlen,
der grauverwässert
schäbige Stunden preisgibt.
Es ist kein Pfand, das zu zahlen.
Worte tönen nur dort,
wo der Blick
das Strahlen
der Sehnsucht erreicht.
© Gabriele Pflug
evelyne w. - 20. Jun, 00:17

Rabenherz
Es sprießt kein grelleres Grün
als aus verbrannter Erde
Sanft schüttelt sie ihre Neins
aus der gräsernen Mähne
und mein Rabenherz hüpft
kleine Auf und Abs
in seinem Traumfängergefängnis
Als habe Dalí nie
die versiegelte Zeit
aus Stundengläsern befreit
Als habe kein Regen
dem Blau das Traurig ausgewaschen
Als schlüge mir nie die geflügelte Stunde
© Elke Nachtigall
evelyne w. - 6. Mai, 23:34


Frühlingsblick
Durch den Wald, den dunkeln, geht
Holde Frühlingsmorgenstunde,
Durch den Wald vom Himmel weht
Eine leise Liebeskunde.
Selig lauscht der grüne Baum,
Und er taucht mit allen Zweigen
In den schönen Frühlingstraum,
In den vollen Lebensreigen.
Blüht ein Blümchen irgendwo,
Wird's vom hellen Tau getränket,
Das versteckte zittert froh,
Dass der Himmel sein gedenket.
In geheimer Laubesnacht
Wird des Vogels Herz getroffen
Von der Liebe Zaubermacht,
Und er singt ein süßes Hoffen.
All' das frohe Lenzgeschick
Nicht ein Wort des Himmels kündet,
Nur sein stummer, warmer Blick
Hat die Seligkeit entzündet.
Also in den Winterharm,
Der die Seele hielt bezwungen,
Ist dein Blick mir, still und warm,
Frühlingsmächtig eingedrungen.
Nikolaus Lenau
1802-1850
evelyne w. - 20. Apr, 23:47
mein karfreitag
und wirst du wieder kommen
auch wenn der tag sich heut
aus deinem blut erhebt
werd ich dich finden
an den orten die du gibst
wo ich die freiheit in mir trage
die du mir heute blutest
zu deinem kreuze will ich kriechen
wo mit dem schweiße deines daseins
du den staub so tränkst
dass aus ihm blumen treiben
die tief aus mir
mich aufrichten
und sich die tage dann
aus deiner liebe falten
© evelyne w.
evelyne w. - 10. Apr, 16:18

Seelenfest
Wenn herzerwärmend Frühling wird
richtet die Seele ein Fest
atmet auf und jubelt im Licht
denn Finsternis ist überwunden
Richtet die Seele ein Fest
hüpft das innere Kind herbei
atmet auf und jubelt im Licht
befreit klingt frohes Lachen auf
Hüpft das innere Kind herbei
umarmt das erwachsene Ich
befreit klingt frohes Lachen auf
vorbei trauriges Klagen
Umarmt das erwachsene Ich
fällt aller Hader von ihm
vorbei trauriges Klagen
das Leben erschafft sich neu
Fällt aller Hader von ihm
erstehen frische Gedanken
das Leben erschafft sich neu
und Knospen brechen hervor
Erstehen frische Gedanken
wenn herzerwärmend Frühling wird
und Knospen brechen hervor
ich atme auf und juble im Licht
© elsa rieger
wer näheres über die gedichtform des pantums erfahren will,
kann das bei wikipedia
evelyne w. - 26. Mrz, 00:46